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  • Sara Hofstetter

Musik und ihre Heilkraft

Music is the medicine of the mind (John A. Logan)

Mit unseren Ohren nehmen wir verschiedene Geräusche, Sprache und Musik, aber auch unangenehmen Lärm wahr. Vereinfacht kann man sagen: Alles, was man mit den Ohren wahrnehmen kann, ist Schall. Der Mensch hört Schall aber nur dann, wenn dessen Frequenz zwischen 16 Hz und 20.000 Hz beträgt und die Lautstärke des Schalls über der Hörschwelle und unter der Schmerzschwelle liegt. Schall kann aber auch kleinere Frequenzen als 16 Hz haben. Dann spricht man vom Infraschall. Schall mit Frequenzen über 20 000 Hz wird als Ultraschall bezeichnet.

Für die Schädigung des Ohres ist der mit dem Schall auf das Ohr übertragene Energiebetrag, die Schallintensität ausschlaggebend. Die markanten Grenzwerte liegen bei:

· 0 dB Hörschwelle des menschlichen Ohres

· 60 dB Stressreaktion im Schlaf

· 90 dB Auftreten von Hörschäden bei längerer Einwirkung

· 130 dB Schmerzgrenze des menschlichen Ohres

150 dB führt zu irreparablen Schäden im Innenohr in ca. 1 Sekunde


Im Ohr werden Schallwellen über feine Ohrenhärchen in elektrische Signale umgewandelt und via Hörnerv zur Hörrinde im Gehirn geleitet, wo die Musik komplex verarbeitet wird. Von der Musik werden sowohl das Kleinhirn, welches für unsere Körperbewegungen und den Gleichgewichtssinn zuständig ist, als auch das für höhere Funktionen des Bewusstseins verantwortliche Grosshirn angesprochen. Nicht zu vergessen – das limbische System, welches emotionale Vorgänge regelt und in das Lernen und die Gedächtnisbildung involviert ist.

Folglich sind der Genuss und das künstlerische Verständnis von Musik ohne das Mitwirken des limbischen Systems nicht möglich. Dieses übernimmt, unter Mitwirkung des Belohnungssystems auch die emotionale Verarbeitung der Musik. Weil diese Strukturen des Gehirns unabhängig vom bewussten Willen arbeiten, können wir uns der Wirkung von Musik nur sehr schwer entziehen. Zudem ist bekannt, dass insbesondere Tempo und Rhythmus einen besonders grossen Einfluss auf körperliche Funktionen wie den Herzschlag haben. Die Anpassung der Körperrhythmen an die Rhythmen der Musik hängt aber nicht von der Musikalität des Zuhörers ab. Durch die Musik kann es zu einer Hebung oder Senkung des Pulses und des Blutdrucks kommen. Hierbei bestimmt das Tempo der Grundschläge ob eine aufputschende oder beruhigende Wirkung eintritt. Normale Körperfunktionen laufen bei 72 Herzschlägen pro Minute ab. Bei einem Tempo von mehr als 72 Hz wirkt Musik aufputschend, bei weniger beruhigend. Auffällig hierbei ist, dass ein Tempo von 60 Hz die stärkste Reaktion des menschlichen Körpers hervorruft. Dabei kommt es zur grössten Entspannung und zu einer Entkrampfung. Die einzige Erklärung, die bis heute dafür gefunden wurde, beruht auf der Theorie, dass 60 Hz die ursprüngliche Herzfrequenz des Menschen war in einer Zeit vor dem Zivilisationsstress.

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass schon die Hebräer, die alten Ägypter und die Sumerer ihre Instrumente nach dem Kammerton A1 432 Hz stimmten. Auch Pythagoras verwendete diesen Referenzton, der auch als die „pythagoreische Sexte“ bezeichnet wird. Es geht um dieses einfache Prinzip: 1 Schwingungsperiode pro Sekunde (also 1 Hz) = Ton C6. Jeder weitere Ton C ergibt sich aus der Verdopplung (Oktavierung) des zuvor genannten Tons. Die Frequenz von Mutter Erde ist 8 Hz. Wissenschaftlich wird diese natürliche Erdschwingung als Schumann-Resonanz, nach Winfried Otto Schumann, bezeichnet. Anders ausgedrückt kann man sagen, dass unser Planet Erde 8-mal in der Sekunde pulsiert. In Resonanz zu sein mit dieser Schwingung heisst: Wir sind „im Einklang“ mit unserem Heimatplaneten – es geht uns gut, wir sind gesund. Im Gegensatz dazu sagt der Volksmund: „Man ist verstimmt“. Wir sind verärgert oder sogar krank. Mit 8 Hz (oder einem Vielfachen davon) heilen wir unser Herz. Im Laufe der Zeit wurde die Frequenz des Standard-Kammerton A in vielen Ländern immer wieder neu definiert. Im Jahre 1939 wurde bei einer internationalen Konferenz der International Federation of the National Standardizing Associations in London der gültige Normalstimmton A auf eine Frequenz von 440 Hz festgelegt. Jedem Musiker ist jedoch freigestellt, auch eine andere Frequenz zu verwenden. Bspw. in vielen professionellen Orchestern werden die Instrumente noch höher gestimmt. In New York wurde zeitweise die Frequenz von 450 Hz als Standard definiert. Damit wollte man erreichen, dass die Instrumente noch brillianter klingen. Zwischen 432 Hz und 440 Hz Musik gibt es technische, sichtbare und hörbare Unterschiede. Ein sichtbarer Unterschied wird durch das Wasserexperiment von Dr. Masaru Emoto gezeigt. Er beschallte zwei Wasserschalen mit 432 Hz und 440 Hz Musik. Anschliessend wurde das Wasser eingefroren. Die Strukturen dieses gefrorenen Wassers unterschieden sich deutlich. Das Wasser, welches mit 432 Hz Musik beschallt wurde, zeigte eine kristalline, klare und symmetrische Struktur. Das Wasser hingegen, welches von 440 Hz Musik beschallt wurde, zeigte eine überlagernde, flächendeckende und asymmetrische Struktur, obwohl das Wasser von derselben Quelle stammte.



Es gibt eine Vielzahl an weiteren Frequenzen. Beispielsweise die Binauralen Beats, die Solfeggio Frequenzen etc.

Nicht nur unser Herz reagiert auf Musik - auch unsere Gefühle lassen sich von Klängen, Rhythmen und Melodien beeinflussen. Wie bereits beschrieben, spricht Musik unser limbisches System an und steht somit in direkter Verbindung mit unserem Gedächtnis. Das erklärt, weshalb uns ein Song sofort in eine Situation zurückversetzen kann, auch wenn diese schon Jahre her ist. Oder aber auch warum wir den ersten Liebeskummer oder andere Gefühle alleine durch eine alte CD oder einen bestimmten Song nochmals durchleben können.

Besonders Musik mit Text kann starke emotionale Reaktionen des Zuhörers hervorrufen. Diese beziehen sich dann auf Assoziationen mit Erfahrungswerten, die bei bestimmten Wortreizen hervorgerufen werden. Emotionen entstehen aber nie durch den kompletten Liedtext, sondern immer nur durch einzelne Phrasen oder Schlüsselworte, welche individuell etwas auslösen können.

Neben den Erinnerungen, die in Verbindung mit Musik in unserem Gehirn gespeichert sind, schüttet unser Körper je nach Art der Musik verschiedene Hormone aus, was unser Gefühlserleben zusätzlich verstärken kann. Folglich steckt eine Emotion nicht in der Musik und berührt uns somit nicht alle gleich. Vielmehr steckt sie im Inneren des Menschen, der die Musik hört. Das Entstehen von verschiedenen Emotionen beim Musikhören beruht stark auf unserem inneren Gemütszustand. Die Musik hilft lediglich, diesen Zustand zu verstärken und erfasst nur emotionale Reaktionen in Menschen, die diese Emotionen bereits erfahren haben. Nicht zuletzt gilt Musik als jene Kunst, die uns Menschen am meisten berühren kann.

Neben dem Zusammenhang zwischen Emotionen, Stimmung und Musik konnten diverse Studien einen Effekt von Musik auf die Gesundheit nachweisen.

Eine Vielzahl von Studien berichten, dass unser Körper und seine Funktionen wie Atmung, Herzfrequenz oder Körperspannung durch Musik beeinflusst werden. Leider gilt dies auch für den Einfluss von «unmusikalischem» Lärm, der unter anderem zu Schlafproblemen, Kopfschmerzen, erhöhter Reizbarkeit und zu Bluthochdruck bis hin zu psychischen Krankheiten führen kann.

Weiter kann Musik auch eine stressmindernde Wirkung zugeschrieben werden. So zeigte eine Studie aus dem Jahr 2013, dass Personen, welche während eines standardisierten Stresstests Entspannungsmusik hörten, signifikant tiefere Cortisolwerte im Blut aufzeigten als Personen, denen das Geräusch von plätscherndem Wasser oder keine akustischen Reize präsentiert wurden. Auch in der Schwangerschaft und bei der Geburt zeigt Musik nachweislich eine entspannende Wirkung. So kann Musik im Kreissaal entspannend, schmerzlindernd und stressreduzierend wirken.

Welche Musik wir hören, verrät also das Muster unserer Hirnaktivität.

Ausschnitt aus meiner Diplomarbeit "Mantras - der Schutz des Geistes"


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